Jetzt ist Gartenzeit: praktische Tipps für den Schutz von Wildtieren

Die Arbeit im Garten bedeutet für viele Menschen Entspannung und Erholung. Gerade jetzt im Frühling, wo alles aus dem Boden schiesst, sind Gärtnerinnen und Gärtner besonders gefordert. Allerdings sind derzeit besonders viele Wildtiere unterwegs und nutzen diese Kleinbiotope mit. Der Schweizer Tierschutz STS weist auf Gefahrenquellen hin und zeigt auf, wie Hobbygärtner im eigenen Garten aktiv Tierschutz betreiben.

Achtung Netze: Mit Netzen werden Beeren, Trauben und Früchte vor Vögeln geschützt. Unsachgemäss eingesetzt, können schlecht gespannte, löchrige Netze oder Netzteile, die am Boden liegen, für Vögel und Igel zur tödlichen Falle werden. Netze sollen möglichst kurzzeitig verwendet werden, sie müssen straff gespannt und die Fäden sollten möglichst weich, hell und farbig sein. Netze sollen regelmässig gewissenhaft kontrolliert und im Netz verfangene Tiere umgehend, aber sorgfältig befreit werden.

Achtung Heckenschnitt: Eine dichte Hecke bietet vielen Tieren Schutz und Rückzug. Sie werden von verschiedenen Singvögeln als Brutort genutzt. Um die brütenden Vögel nicht zu stören und die Aufzucht der Jungtiere nicht zu gefährden, ist es wichtig, den Rückschnitt von Hecken und Bäumen bis nach Ende der Brutzeit der Vögel auf Ende Juli zu verschieben.

Achtung Gift: Auf die Anwendung von Gift und Chemie (Nager- und Insektenbekämpfung, Insektizide, Pestizide, Herbizide, Kunstdünger) sollte einer tierfreundlichen Umgebung zuliebe verzichtet werden.

Achtung Motorsense, Fadenmäher und Laubbläser: Bei der Verwendung dieser Geräte besteht eine grosse Gefahr, dass unzählige Tiere getötet, verletzt oder zumindest stark gestört werden. Hier steht manchen Gärtnerinnen und Gärtnern ihr Ordnungstrieb im Weg. Aufgeräumt und herausgeputzt bietet ein Garten den Tieren viel weniger Lebensraumqualität, als wenn er, zumindest an einigen Stellen, etwas verwildert ist und Holz- und Laubhaufen stehen gelassen werden.

Achtung Mähroboter: Diese eigentlich praktischen Arbeitshelfer zerstückeln bei ihrem Einsatz neben Grashalmen viele Kleintiere. Weil auch junge Igel potenziell gefährdet sind, sollten Mähroboter nur tagsüber und am besten unter Aufsicht eingesetzt werden.

Achtung Ertrinkungsgefahr: Regentonnen und grössere Wasserbehälter müssen mit einem Ausstieg versehen sein, damit sich hineingefallene Tiere einfach und schnell befreien können.

Achtung Nistkasten: Ab November bis nach der Brutzeit der Vögel im Frühsommer sollten keine Manipulationen an aufgehängten Nistkästen durchgeführt werden, um deren Brutgeschäft nicht zu stören.

Vielfältige Strukturen im Garten sind für viele Wildtiere überlebenswichtig, denn sie dienen als Verstecke, Baumaterialien oder Rückzugsmöglichkeiten. Je mehr verschiedene Nischen angeboten werden, desto besser. Das Bereitstellen von Strukturen muss weder teuer noch aufwendig sein – im Gegenteil: Etwas weniger Aufräumen, etwas weniger Ordnung schaffen ist angesagt.

Mehr Informationen: www.tierschutz.com/wildtiere